Schaut man sich den Kader unserer I. Mannschaft an, findet man viele neue Gesichter. Zwei davon sind jedoch schon länger bekannt.
Jonas Bauerdick spielt seit der Saison 2019/2020 für unseren Verein
und stand in bisher 84 Meisterschaftsspielen im Tor. – Bastian Horch bestritt gegen Lennestadt sein 66. Spiel. Beide Keeper gehörten zu der
Aufstiegsmannschaft und zu der Mannschaft, die nach über 20 Jahren den Kreispokal wieder nach Sundern holen konnte.
Jonas ist vom Beruf her Firmenkundenbetreuer bei der Volksbank Sauerland und spielt in seiner Freizeit gerne Paddle-Tennis oder Tennis. Im Beruf ist er im täglichen Austausch mit gewerblichen Kunden der Volksbank Sauerland. Als erster Ansprechpartner begleitet er Kunden eng bei
Finanzierungsvorhaben jeglicher Art. „Vor allem der enge und vertrauensvolle Kontakt zu verschiedensten Kunden macht den Job so interessant“, so Bauerdick.
An spiel- oder trainingsfreien Tagen ist Jonas auch sportlich unterwegs.
Eine seiner herausragenden Fähigkeiten im Tor ist das 1-gegen-1-Spiel.
An Jonas muss man erst einmal vorbeikommen. Auch im Hobbybereich
spielt Jonas gerne 1 gegen 1. Im Tennis kann er sich direkt mit Gegnern messen und ist laut Jonas „ein guter Gegenpol zum Mannschaftssport“.
Über die neue Trendsportart, Paddle-Tennis, sagt Jonas: „Es ist im Gegensatz zum Tennis auch wieder ein Mannschaftssport und extremst schnell. Eine kleine Unachtsamkeit entscheidet meist direkt über Punktgewinn und Punktverlust. Ich glaube, ich habe mich unterbewusst für dieses Hobby entschieden, weil es viele Parallelen zum Torwartspiel gibt
– auch als Torwart wird jede Unachtsamkeit bestraft und kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Auch als Torwart befindet man sich häufig in 1-gegen-1-Situationen und ist in vielen Fällen auf sich allein gestellt.“
Basti arbeitet bei der Polizei. Er hat schon oft die Frage gestellt bekommen, warum er sich für den Beruf entschieden hat. „Ich war seit klein auf immer an Gerechtigkeit und Hilfe für andere interessiert und deshalb war der Beruf interessant für mich. Zu meinen täglichen Aufgaben gehört das Bestreifen der Stadt Arnsberg im Schichtsystem.“
Basti hält sich außerhalb des Fußballs gerne im Fitnessstudio fit oder betreibt Kampfsport und pflegt seine Kontakte im Freundeskreis. „Das Wichtigste bei den Hobbys ist, dass man sie gerne macht und Spaß daran hat.“
Beide sind nun schon länger im Verein und haben viele Spieler kommen und gehen sehen. Jede Mannschaft hat ihren eigenen Charakter. Während zu Beginn der 20er der erste große Schwung aus der eigenen Jugend kam und man sich gegen etablierte Bezirksligisten durchsetzen und den Aufstieg perfekt machen konnte, kam im Anschluss hier und da auch Erfahrung dazu. Diese Saison ist es eher wieder „back to the roots“.
Viele Spieler aus der U19 haben den Kader verstärkt. „Die Mannschaft in diesem Jahr ist ganz klar jünger und hungriger als in den Jahren zuvor. Vor allem das Wort ,Mannschaft‘ trifft dieses Jahr deutlich mehr zu. Jeder kämpft für den anderen und der Wille, im Training besser zu werden, ist deutlich spürbar. Im Grunde erinnert mich die Mannschaft ein wenig an die Aufstiegsmannschaft aus der Bezirksliga – da wurden diese Grundtugenden genauso gelebt und wir sind vor allem über die Einstel-
lung und den Willen zum Erfolg gekommen“, so Bauerdick.
Basti gehört mit seinen 25 Jahren eigentlich in jeder anderen Mannschaft auch noch zur jungen Garde. In unserer Mannschaft ist er schon einer der älteren Spieler – hat aber eine hohe Meinung zu dem aktuellen
Kader: „Ich glaube, diese Mannschaft hat das größte Potential, was es jemals in der jüngeren Vergangenheit in Sundern gegeben hat. Wenn wir es schaffen, dass wir so zusammenbleiben, kann etwas sehr, sehr Gro-
ßes entstehen. Ich meine, wer kann von sich behaupten, aus der U19 zu kommen und direkt Landesliga zu spielen? Vereinzelt schon ein paar, aber in der großen Anzahl sicherlich nicht. Wir haben alle Bock darauf, etwas
Großes zusammen zu erreichen, und das merkt man von Tag zu Tag.“
Jonas und Bastian gehören zweifelsohne zu den besten Torhütern im Kreis. In vielen Spielzeiten haben sie mit ihren Leistungen dazu beigetragen, die Ziele zu erreichen. Auch die „weiße Weste“ – die Statistik zur Anzahl der „zu-Null-Spiele“ – wurde im HSK-Vergleich oft auf den besten Plätzen abgeschlossen. Dieses Jahr haben wir jedoch in einigen Spielen zu viele Gegentore bekommen. Vier Tore jeweils gegen Hohenlimburg, Weißtal und Olpe, fünf in Drolshagen und gar sechs in Dröschede. Dass unsere Torhüter dies besonders nervt, machen beide sehr deutlich.
„Bei unserem Spielstil kommt es auch auf das Defensivverhalten der Stürmer an. Alle Gegentore bekommen wir aus unserem 16-Meter-Raum. Wir müssen lernen, in den entscheidenden Momenten enger am Gegen- spieler zu sein und den Ehrgeiz zu haben, den Ball verteidigen zu wollen. Hieran müssen wir arbeiten, denn die Stürmer in der Landesliga nutzen diese Möglichkeiten eiskalt aus“, so Jonas. Sein Torwartkollege sieht dies ähnlich: „Alles passiert innerhalb von 16 Metern auf engstem Raum. Da verteidigen wir nicht konsequent genug, daran müssen wir arbeiten und aus den Gegentoren lernen. Das fliegt einem in der Landesliga direkt um die Ohren. Kleinste Fehler, und die passieren bei so einer jungen Mannschaft, werden direkt be- straft. Wichtig ist, dass wir aus den Fehlern lernen und diese dann konsequent abstellen.“ Unsere Torhüter liefern sich seit Jahren einen Kampf um das Tor.
Beide spielen komplett unterschiedlich, dennoch ist es für Trainer Fabio Granata eine Luxussituation: „Egal wer von den beiden im Tor steht, man muss sich nie Sorgen machen, dass es heute auch am Torhüter liegen kann. Beide spielen unterschiedlich. Bastian spielt etwas offensiver und läuft den ein oder anderen Angriff ab, ist mit dem Ball etwas „risikofreudiger“, was manchmal auch im Spiel sehr eng werden kann. Jonas dagegen ist megastark im 1-gegen-1 und ist am Ball eher einer, der kein Risiko eingeht und den Ball lieber einmal zu viel als zu wenig klar herausspielt.“
Nach vorne heraus wird der Zweikampf um das Tor bleiben. Beide schätzen sich sehr, respektieren und erkennen die Leistung des anderen an. Positiv blicken beide in die Zukunft. „Generell läuft das Mannschaftsgefüge seit Tag 1 sehr gut und die Stimmung ist immer gut und positiv. Alle haben Bock auf Fußball und darauf, sich verbessern zu wollen. Viele der Jungs kennen sich schon viele Jahre aus der gemeinsamen Zeit in der Jugend. Da bin ich mit 32 Jahren schon ein Opa. Die Jungs haben so extrem viel Talent und Potenzial. Wichtig ist, dies sonntags auf dem Platz zu zeigen“, so Jonas. Auch Basti richtet den Blick positiv in die Zukunft und sagt abschließend: „Wir wollen uns immer unterstützen. Im- mer klappt das noch nicht, aber niemand kann uns vor- werfen, dass wir nicht wollen. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, alle haben Spaß, wir verstehen uns und ziehen an einem Strang. Wichtig ist, dass wir in der Defen- sive stabiler und konstanter werden.“
So schnappte Basti mal einen Satz auf, an dem viel Wahrheit dran ist. „Wenn wir hinten schon mal keinen reinbekommen, haben wir mindestens einen Punkt sicher.“